Internationale Erklärung:
Stoppen Sie den Ausbau der Baummonokulturen !

Internationaler Aktionstag gegen die Baumplantagen
21. September 2009


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Zunehmend werden überall auf der Welt Millionen von Hektar produktiver Landflächen in grüne Wüsten umgewandelt. Der Öffentlichkeit werden sie dreisterweise als "Wälder" präsentiert, doch mit diesen haben sie nichts gemein. Die Menschen und lokalen Gemeinschaften vor Ort werden vertrieben, um Platz für die endlosen Reihen von identischen Bäumen - Eukalyptus, Kiefern, Ölpalmen, Gummibäume, Jatropha und andere Arten – zu machen, die praktisch alle anderen Formen des Lebens aus dem Gebiet verdrängen.

Das Ackerland der lokalen Kleinbauern wird in industrielle Baumplantagen für den Export umgewandelt. Die Monokulturen gefährden die Ernährungssicherheit der Menschen. Die Plantagen verschmutzen und erschöpfen die kostbaren Wasserressourcen und schädigen die Böden. Menschenrechtsverletzungen sind weit verbreitet und reichen vom Verlust der Existenzgrundlagen und die Verdrängung bis hin zu Repression und sogar Folter und Tod. Unter den Plantagen leidet die gesamte Bevölkerung, am stärksten betroffen sind jedoch die Frauen.

Trotz aller verfügbaren Beweise über die gravierenden sozialen und ökologischen Auswirkungen dieser Monokulturen in Ländern wie Brasilien, Indonesien, Kambodscha, Kolumbien, Malaysia, Spanien, Südafrika und USA werden diese von einer Koalition von Akteuren gefördert: von der Welternährungsorganisation (FAO) und bilateralen Institutionen, vom Forum der Vereinten Nationen für die Wälder, von nationalen Regierungen bis zu privaten Beratungsunternehmen, Banken und Entwicklungshilfeorganisationen.

Das eigentliche Motiv dieser Gruppen ist einfach: Sie wollen sich das Land der Menschen aneignen, um dort gewinnbringend große Mengen billiger Rohstoffe für die Zellstoff- , Papier-, Holz-, Gummi-, Palmöl- und seit kurzem auch Biochar(*)industrie anzubauen. Der übermäßige Konsum und die Verschwendung der Rohstoffe aus diesen Plantagen in den reichen Ländern des Nordens sind Motor der zunehmenden Ausweitung der Industrieplantagen.

Als Reaktion auf die negativen Veröffentlichungen über die Auswirkungen der Baumplantagen haben die Industrieunternehmen sich Zertifizierungssysteme wie FSC, PEFC, SFI und RSPO (**) bedient, die ihnen grüne oder ökologisch gefärbte Deckmäntelchen liefern.

Das Problem hat sich mit den neuen Initiativen und Akteuren weiter verschlechtert, die darauf abzielen, vom Klimawandel durch die Förderung falscher Lösungen zu profitieren. Dazu gehören die Anlage von Plantagen als "Kohlenstoff-Senken", die Förderung von Agrokraftstoffen (sogenannter „Biodiesel“ und Ethanol aus Nahrungsmitteln und Holz) und den Anbau von gentechnisch veränderten Bäumen.

Allerdings treffen die Pläne der Unternehmen auf eine wachsende Opposition. In einem Land nach dem anderen protestieren die Menschen gegen den Ausbau der Baumplantagen, und im Laufe der Jahre ist eine globale Bewegung dagegen gewachsen, die die zahlreichen lokalen Kämpfe vereint und hilft, den Stimmen derjenigen Gehör zu verschaffen, die unter den Plantagen leiden.

An diesem Internationalen Tag gegen die Monokultur-Baumplantagen 2009 lautet die deutliche Botschaft: Die Plantagen sind KEINE Wälder: Stoppt den Ausbau der Monokultur Baum-Plantagen!

(*) Biochar: Holzkohle, die in der Erde vergraben als Düngemittel und als Kohlenstoffspeicher dienen soll

(**) FSC (Forest Stewardship Council), PEFC (Program for Endorsement of Forest Certification schemes), SFI (Sustainable Forestry Initiative), RSPO (Roundtable on Sustainable Palm Oil)



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